Arte-Doku: „Auge, Pinsel und Kinematograf – Wie das Kino entstand“

Hier der Link auf eine aktuelle Arte-Dokumentation zur Entstehung des Kinos… Interessant vor allem auch der Bezug zu einem grundlegenden Wahrnehmungswandel in der Moderne im Zusammenhang mit Malerei, Zugverkehr, Fotografie, Film und Subjektivierung. Spannend!

Die Doku ist verfügbar vom 17/10/2021 bis 20/02/2022 und ein sehr gutes Beispiel für die Qualität und Bedeutung des öffentlich-rechlichen Rundfunks!

Hier die Kurzbeschreibung: „Der 28. Dezember 1895 gilt als Geburtsdatum einer bahnbrechenden Erfindung: des Kinos. Doch ein „kinematografisches Auge“ existierte bereits bevor die Brüder Lumière die erste Kino-Vorführung im Keller des Grand Café in Paris veranstaltet haben. Dieser besondere Blick bildete sich im Laufe der Zeit heraus und brachte um die Jahrhundertwende einen neuen Zuschauer-Typ hervor.

Kino-Atmosphäre, Kamerafahrt, Panorama-Ansicht, Vogel- und Froschperspektive, Bildeinstellung, Bildverschiebung, Standbild – diese Art des Sehens haben wir uns alle bewusst oder unbewusst angeeignet und wenden sie auf die Art und Weise an, wie wir Bilder produzieren und empfangen, ob als Künstler oder Zuschauer.

1895, das Jahr der ersten öffentlichen und kostenpflichtigen Filmvorführung mit dem Cinématographe Lumière gilt als das Geburtsjahr des Kinos. Doch der „kinematografische Blick“ entstand bereits vorher. Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert des Blicks, des Flaneurs und des Beobachters, das Jahrhundert des schweifenden Auges, der Sehmaschinen und der beginnenden „Spektakularisierung“ der Welt.

Wie bildete sich dieser Blick quer durch Malerei, Bildhauerei, Fotografie und die Anfänge des Kinos heraus? Welche Berücksichtigung in diesen unterschiedlichen Medien fanden Bewegung und zeitlicher Rhythmus im Raum? Welche Experimente wurden gemacht, mit dem Ziel, eine „erweiterte“ Realität zu schaffen?

Die Dokumentation beginnt im 19. Jahrhundert, als im Zuge der Industrialisierung die Eisenbahn erfunden wurde, und endet im halbdunklen Kinosaal eines Lichtspielpalastes, der zum Ruhme jener gerade entstehenden Verbindung von darstellender Kunst und Filmkunst erbaut wurde. Mit Claude Monet, den Brüdern Caillebotte, Henri Rivière, den Brüdern Lumière, Alice Guy, Georges Méliès und Max Linder wie auch aus der Sicht von Zuschauern erzählt die Dokumentation die Geschichte der Entstehung des modernen Blicks.“

Dieser Beitrag wurde aus dem Feed von Professur Pädagogik und Medienbildung übernommen und findet sich hier im Original .